Life sucks

ÜberbelastungDeine Kinder trampeln auf Deinen Nerven herum? Dein Chef überhäuft Dich, anstelle von Lob, mit immer noch mehr Arbeit? Deine Schwiegermutter möchte diese Woche auch schon zum dritten Mal beehrt werden und die Harmonie in Deiner Ehe ist nur noch Wunschdenken?

Ja? Ok dann gibt es für Dich zwei Möglichkeiten:

  1. Du nimmst alles einfach weiterhin so an und landest eher früher als später in einem Burn-Out               

                      oder

2. Du trittst auf die Bremse und beginnst ab sofort ein kurzes und unscheinbares Wort zu lernen

                         

N E I N  !

 

 

Super, ich wusste das Du dich für die zweite Variante entscheidest. Dazu schon einmal von meiner Seite „HERZLICHEN GLÜCKWÜNSCH“.

Von vielen Klienten höre ich folgenden Satz immer wieder:

„Ich weiß auch nicht was mit mir los ist. Früher hat mir das alles garnichts ausgemacht aber seit neuestem habe ich das Gefühl, ich stehe kurz vor dem Zusammenbruch.“

Ich lasse meine Klienten dann immer erzählen, wann „früher“ gewesen ist und was sich in dieser Zeitspanne vielleicht verändert hat.

Zuerst kommt meist: „Eigentlich nichts. Der Job ist noch derselbe, die Freunde auch und einmal die Woche gehe ich zum VHS-Kurs.“

Nach genauerem Nachfragen stellt sich oft heraus, dass z.B. der Partner ein neues Hobby hat und an fast jedem Wochenende unterwegs ist oder die Kinder dreimal die Woche zum Ballet oder Fußball gefahren werden; die betagte Mutter seit knapp 2 Jahren auf Pflege angewiesen ist oder die lang ersehnte Beförderung einfach immer noch auf sich warten lässt.

Was steckt dahiner?? Warum fallen uns diese Mehrbelastungen erst einmal nicht ein bzw. auf?

Als Kinder haben wir alle verschiedene Glaubenssätze unserer Eltern oder Lehrer aufgenommen und unbewusst verinnerlicht. Bei mir waren es z.B. „ohne Fleiß kein Preis“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“

Wir konnten als Kinder diese Redensarten noch nicht kritisch infrage stellen. Wir haben sie einfach übernommen.

Jetzt aber wirken sie unbewusst auf unser Verhalten ein und können dazu führen, dass wir ein übertriebenes Leistungsdenken oder einen völlig unangemessenen Arbeitseifer an den Tag legen.

Klingt logisch oder?

Tja, aber um diesen unbewussten „Antreibern“ Herr werden zu können, müssen sie uns erst einmal bewusst werden.

Wie sehen Deine Antreiber aus?

  • Der frühe Vogel fängt den Wurm
  • Sich regen bringt Segen
  • Was du heute kannst besorgen……..

 

Du denkst jetzt vielleicht: „Ach, das sind doch nur alte Redensarten – einfach dahergesagt, was soll daran schlecht sein?

Lasst es uns doch einmal kritisch überprüfen. Stimmt das wirklich, was uns von klein auf eingeredet wurde? JETZT sind wir in der Lage, unseren kritischen Verstand zu Hilfe zu nehmen und zu entscheiden, ob wir einen dieser Sprüche zu einem handlungsleitenden Motto in unserem Leben machen wollen.

Jeder muss das für sich selbst überprüfen aber wenn Du zu dem Schluss kommst, dass diese Sätze eher zu stressauslösenden Antreibern geworden sind, versuche Alternativen zu finden. Alternativen die eher stressmindernd wirken, wie z.B.:

  • In der Ruhe liegt die Kraft
  • Ich mache es auf MEINE Weise
  • Der frühe Vogel kann mich mal

 

Natürlich braucht es eine gewisse Zeit, um die alten Prägungen aufzugeben und durch neue zu ersetzen. Wir haben sie schließlich 10, 20 oder 30 Jahre verinnerlicht.

Mir persönlich hilft es, wenn ich mir etwas Neues auf einen Zettel schreibe und überall dort aufhänge, wo ich oft verweile (Büro, Bad oder Küche). So rufe ich es mir dauernd ins Gedächtnis, lächle dabei und freue mich über die Umgestaltung in meinem Denken!!

Probier es aus und erzähl mir davon. Ich bin gespannt………